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04.12.2018, 10:26 Uhr
Wer soll's werden?
Heimische Christdemokraten verfolgen in Düsseldorf und Hille die Regionalkonferenz
Es ist weit nach Mitternacht, als der Bus in Minden an der CDU-Kreisgeschäftsstelle vorfährt. Die Müdigkeit sieht man einigen Christdemokraten auch in der Dunkelheit an. Um 14 Uhr haben sie sich auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, wo die drei Bewerber um den CDU-Vorsitz zur Regionalkonferenz aufeinandertrafen. „Merz, AKK oder doch Spahn?“, lautet die Frage. Einig sind sich die Mitglieder darüber nicht – aber viele nun um einiges schlauer.
Regionalkonferenz am 28.11.2018
Düsseldorf - Zum ersten Mal haben die Delegierten auf dem CDU-Bundesparteitag in der kommenden Woche mit den Kandidaten Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn die Wahl zwischen drei Bewerbern. Er erlebe ein großes Interesse an der Diskussion um Nachfolge von Angela Merkel, sagt CDU-Kreisgeschäftsführer Lutz Abruszat. Als der Termin für die NRW- Regionalkonferenz feststand, war die Idee einer gemeinsamen Busfahrt längst geboren. Die 30 Plätze waren kurz darauf schnell weg.

Und während der Bus an diesem November-Abend schon einige Kilometer auf der A2 gefahren ist, trafen in Hille so langsam die ersten Personen ein. Dort luden die Kreisverbände von CDU und Junger Union (JU) gemeinsam dazu ein, die Regionalkonferenz im Livestream auf der Leinwand zu betrachten. „Nutzen und genießen Sie den Abend“, begrüßte die CDU-Kreisvorsitzende Kirstin Korte die Anwesenden in einer Videobotschaft, da sie wegen der Haushaltsberatungen im Landtag sein musste. Korte darf als eine der vier Delegierten für den Bundesparteitag über die Merkel-Nachfolge entscheiden. „Und wir werden das natürlich im Bewusstsein tun, wie Ihre Sichtweise sein wird“, so die Landtagsabgeordnete. In Glasröhren durften die Mitglieder zuvor mit Tischtennisbällen ihre Favoriten auswählen. Merz lag da leicht vor AKK und dahinter Spahn.

Jonas Horstmann, Vorsitzender der JU im Mühlenkreis, sprach bei der Veranstaltung von einem „Public Viewing“. Doch Fähnchen, Vuvuzelas und Fan-Shirts suchte man vergeblich. Stattdessen absolute Ruhe und Konzentration, als die drei Bewerber unter dem Jubel der 4.000 Anwesenden die Bühne in der Düsseldorfer Messehalle betraten. „Das war schon eine besondere Atmosphäre“, sagt Theresa Budde. Das CDU-Mitglied aus Preußisch Oldendorf saß in Düsseldorf mitten im Geschehen und hörte zunächst zu, wie Armin Laschet die Parteibasis auf den Abend einstimmte. Es könne am Ende nur einen Gewinner geben. „Und das ist die CDU“, sagte der CDU-Landeschef und NRW-Ministerpräsident. Recht hat er, meint Theresa Budde.

Dann folgten für jede der drei Hauptpersonen zehn Minuten Vorstellung und schließlich die Fragerunde. Immer mal wieder mehr und weniger Applaus für alle Kandidaten. Themen waren unter anderem Soziales, Europa, Migration, Umwelt – und natürlich die Zukunft der CDU. „AKK weiß am ehesten, wie die Partei tickt“, meint Theresa Budde. „Bei Merz hatte ich wiederum das Gefühl, dass er innerhalb der Partei die größte Aufbruchstimmung erzeugt. Für ihn sprechen seine klaren Auftritte und sein großer Sachverstand in der Wirtschaft“, fügt sie hinzu und möchte sich deshalb nicht zwischen der Saarländerin und dem Sauerländer entscheiden. Ähnlich sieht das auch Florian Hemann aus Espelkamp. Er hält Kramp-Karrenbauer für die geeignetste Nachfolgerin von Merkel, möchte aber eines besonders betonen: „Egal wer es wird, können wir mit der Person zufrieden sein. Wir haben drei hervorragende Kandidaten mit idealen Inhalten, die der CDU hoffentlich auch über den Parteitag hinaus erhalten bleiben.“ So äußert sich am Ende im Grunde jeder der Christdemokraten. „Die SPD wäre froh, wenn sie so eine Auswahl hätte“, meint Jonas Horstmann von der JU. Er selbst favorisierte ursprünglich Merz, doch auch Spahn hat ihn überzeugt: „Als JU liegen uns die Zukunftsthemen am Herzen. Und die hat Jens heute ganz besonders nach vorne gestellt.“ Ähnlich äußert sich auch der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Christoph Hartke aus Rahden: „Auch wenn Friedrich Merz im konservativen Flügel der Union anscheinend die Nase vorn hat, konnte Jens Spahn in meinen Augen bei der Regionalkonferenz durch einen starken Auftritt Boden gutmachen.“

Nach Ende der Regionalkonferenz wurde sowohl im Bus als auch in Hille noch diskutiert. „Kramp-Karrenbauer hat mich etwas enttäuscht“, sagte Thomas Rogalske aus Espelkamp: „Merz hat konkrete Visionen für die Partei. Politisch ist er für mich gleich auf mit Spahn.“ Sein Tischtennisball warf er zur Abstimmung dennoch in die Säule von Merz. Und der Sauerländer lag auch nach der Regionalkonferenz bei der zweiten Abstimmung in Hille vorne. Ähnlich war das Bild im Bus.

Als der in Minden ankam, verabschiedete CDU-Kreisgeschäftsführer Lutz Abruszat die Mitfahrer zufrieden in die Nacht: „Ich persönlich freue mich mit vielen anderen CDU-Mitgliedern sehr, Mitglied dieser Volkspartei zu sein, die es schafft, so viele Mitglieder mobilisieren zu können und drei so hervorragende und sehr gut geeignete Kandidaten um den CDU-Bundesvorsitz aufzustellen.“
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