JU Interview mit Herrn Kai Abruszat

JU Vorsitzende Anna-Karina Braune, Kai Abruszat, Christoph Wehring und Marius Lampe
JU Vorsitzende Anna-Karina Braune, Kai Abruszat, Christoph Wehring und Marius Lampe

Stemwedes Bürgermeisterkandidat von CDU und FDP Kai Abruszat ist der Einladung der JU Stemwede gefolgt und stellte sich den Fragen der Jungpolitiker.

Der Fokus wurde dabei auf Themen gelegt, die insbesondere die jungen Menschen in Stemwede bewegt. 

1.   Als selbstständige politische Jugendorganisation setzten wir uns für die Belange junger Menschen ein, und geben ihr eine Stimme. Wie wichtig finden sie diese Rolle bei politischen Entscheidungen  

·         Politische Entscheidungen sollten zukunftsgerichtet sein. Deshalb müssen sie auf allen Ebenen die berechtigten Interessen der jüngeren Generation einbeziehen. Ich wünsche mir, dass demnächst noch mehr junge Menschen sich für gesamtgesellschaftliche und politische Fragen interessieren – auch dann, wenn sie nicht persönlich betroffen sind.

2.   Wie wird oder sollten Verwaltung und Politik in Zukunft mit dem Life House zusammenarbeiten in Bezug auf die aktuelle Schullandschaft, Flüchtlinge und Jugendliche

·         Das Life-House hat vielfältige Kompetenzen und verfügt über hervorragende Netzwerke. Es ist im Interesse der Gemeinde Stemwede, die im Life-House vorhandenen Ideen sowohl in Kooperation mit dem schulischen Angebot zu nutzen als auch die bereits gemachten sozialpädagogischen Erfahrungen bei der Flüchtlingsarbeit einzusetzen. Ich bin mir sicher, dass das Life-House in den kommenden Jahren, auch bei der Jugendarbeit der Gemeinde, an Bedeutung gewinnen wird – davon profitieren wir alle.

3.   Wie kann das Ehrenamt in Stemwede gestärkt werden, auch wenn die Gemeinde in eine Haushaltssicherung rutscht

·         Die Stärkung des Ehrenamtes ist nach meinen Gesprächen der letzten Wochen nicht zuerst eine Frage des Geldes, sondern der Verlässlichkeit der Verwaltung, wenn es gilt, gute Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement zu schaffen. Die Vereine vor Ort wissen, dass der finanzielle Spielraum begrenzt ist. Sie möchten aber die Gemeindeverwaltung als Partner empfinden und nicht als Akteur, der dem Ehrenamt Steine in den Weg legt. Deshalb ist der Bürgermeister in vielen Ehrenamtsfragen auch erster Ansprechpartner.

4.   Wie kann die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern gestärkt werden

·         Bürger, Institutionen und Vereine vor Ort müssen in Zukunft noch stärker in die Vorbereitung der Entscheidungen von Rat und Verwaltung einbezogen werden. Das schafft Offenheit und Vertrauen zugleich und verhindert den Vorwurf der Geheimniskrämerei.

5.   Wie kann Politik für junge Menschen wieder interessanter gemacht werden

·         Politik braucht neue Veranstaltungsformen und muss stärker die sozialen Netzwerke der digitalen Welt nutzen, wenn man junge Menschen erreichen will. Zugleich müssen die Parteien noch mehr als bisher auch die Themen angehen, die der jüngeren Generation unter den Nägeln brennen. Umgekehrt haben aber auch junge Menschen eine Bringschuld, sich in unserer Demokratie zu engagieren. Dass dieses nicht immer einfach ist und ein Engagement bei den Parteien vor Ort als „uncool“ angesehen wird, empfinde ich als unfair. Deshalb versuche ich auch stets meine Wertschätzung für die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker vor Ort zu bekunden, die einen unverzichtbaren Dienst für unser Gemeinwesen leisten.

 

6.   Wie können Familien besser unterstützt werden um ein eigenes Eigenheim zu finanzieren / zu finden in der Gemeinde Stemwede.

 

·         Es ist nicht die Zeit für unseriöse und unfinanzierbare Wahlkampfversprechen. Rat und Verwaltung werden mit Geld diese Herausforderung nicht lösen können. Es ist aber Aufgabe der Gemeinde, Baulücken zu erschließen, die Verfügbarkeit von Flächen sicherzustellen, als Kontaktstelle für potentielle Interessenten zu fungieren und etwaige Bauvorhaben positiv beim Bauamt des Kreises zu begleiten. Als Bürgermeister würde ich mich freuen, wenn möglichst viele Wünsche nach Eigentumsbildung in der Gemeinde Stemwede Realität werden können.

 

7.   Was kann in der Gemeinde Stemwede getan werden, um beim Breitbandausbau nicht den Anschluß zu verlieren ?

·         Keine Frage: Wir brauchen in Stemwede mehr Tempo für ein schnelles Internet. Wenn die Telekommunikationsunternehmen aufgrund mangelnder Rentabilitätsaussichten kein flächendeckendes Breitband in Stemwede realisieren können, muss die Gemeinde selbst einspringen. Ich setze auf die jetzt beschlossene aktuelle Bundesförderung, die besonders für den ländlichen Raum gedacht ist. Ein konsequenter Breitbandausbauplan in Zusammenarbeit mit dem Kreis muss hierfür die planerischen Voraussetzungen abbilden, damit wir in die Förderkulisse kommen. Im Übrigen wünsche ich mir, dass das Land bei Straßenbaumaßnahmen schon vorsorglich Leerrohre für den Breitbandausbau vorsieht. Das spart am Ende Zeit und Kosten bei der Realisierung.

 

8.   Wo sehen Sie die Stemwederbergschule / Schullandschaft in Stemwede im Jahr 2020 (Grundschulen / Sekundarschule / Gesamtschule

·         Stemwede braucht auch in Zukunft ein eigenständiges, weiterführendes Schulangebot. Ich wünsche mir eine Versachlichung bei der aktuellen Frage zur Bildung einer Gesamtschule in privater Trägerschaft. Die Grundschulen der Gemeinde sind in der Bevölkerung anerkannt, haben ein gutes pädagogisches Profil und einen geordneten Schulbetrieb. Deshalb sehe ich hier keinen Handlungsbedarf.

 

9.   Viele Jugendliche haben die Möglichkeit erstmalig zu wählen , was sagen sie den Erstwählern, um sie zur Wahl zu motivieren ?

·         Das Wahlrecht zählt zu den größten Errungenschaften unserer Demokratie. Unsere Vorfahren haben es zum Teil unter Einsatz ihres eigenen Lebens erstritten. Auch wenn wir formal keine Wahlpflicht kennen wie beispielsweise in Belgien sollte es dennoch für jeden Wahlberechtigten eine Verpflichtung sein, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

 

10.               Die Wahlbeteiligung sinkt stetig , worauf lässt sich das zurück führen und warum ist wählen gehen so wichtig ?

  • ·         Deutschlandweit ist eine Politik- und Parteienverdrossenheit spürbar. Viele haben das Gefühl, durch ihre Stimmabgabe nichts bewegen zu können. Dieser Eindruck täuscht. Es macht einen Unterschied, welche politische Richtung in Deutschland tonangebend ist. Deshalb ist der Gebrauch des Wahlrechts in unserer repräsentativen Demokratie eine entscheidende Chance, an der Ausgestaltung unseres Gemeinwesens mitzuwirken.

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